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Caritas-Arbeitgeber drängen auf Reform der Tarifpolitik im Dritten Weg

Die Arbeitsgemeinschaft caritativer Unternehmen (AcU) hat ihre tarifpolitischen Ziele für die kommende Legislaturperiode der Arbeitsrechtlichen Kommission vorgelegt. Im Kern geht es um mehr Mitsprache, schnellere Entscheidungen und einen eigenständigen Tarif – auch differenziert nach Branchen.

Dr. Matthias Scholz, Vorstandsvorsitzender der AcU Fotot: AcU

Die AcU, die nach eigenen Angaben bundesweit rund 188.000 Mitarbeitende vertritt, will die Arbeitsrechtliche Kommission der Caritas (AK) grundlegend reformieren. In einem Positionspapier für die AK-Legislaturperiode 2026–2029 formuliert der Verband konkrete Erwartungen an Struktur, Verfahren und inhaltliche Ausrichtung der Tarifpolitik im Dritten Weg.

Mehr Gewicht für caritative Unternehmen in der AK

Ein zentraler Punkt: Die caritativen Unternehmen fordern laut AcU eine Vertretung in der Arbeitsrechtlichen Kommission, die ihrem tatsächlichen Markt- und Personalanteil entspricht. Zudem sprechen sie sich für eine demokratische Wahl aller Kommissionsmitglieder aus. Struktur und Arbeitsweise der AK sollen so weiterentwickelt werden, dass Entscheidungen schneller, lösungsorientierter und näher an den realen Bedarfen der einzelnen Arbeitsfelder fallen.

„Wenn wir unseren Auftrag dauerhaft erfüllen wollen, brauchen wir eine Arbeitsrechtliche Kommission, die handlungsfähig ist, und eine Tarifpolitik, die zu den realen Herausforderungen in unseren Einrichtungen passt“, erklärte der AcU-Vorstandsvorsitzende Matthias Scholz.

Eigenständiger Tarif statt bloßer Orientierung an Referenztarifen

Inhaltlich zielt das Papier auf einen eigenständigen, selbstbestimmten Tarif. Verhandlungen könnten sich zwar an Referenztarifen orientieren, das Ergebnis solle aber ein eigenes Tarifwerk sein. Die stellvertretende AcU-Vorsitzende Susanne Minten, zugleich Hauptgeschäftsführerin der Katholischen Einrichtungen Ruhrgebiet Nord (KERN), betonte, man wolle die Allgemeinen Vertragsrichtlinien (AVR) „nicht nur bewahren, sondern aktiv weiterentwickeln – differenziert nach Branchen, etwa in Gesundheits- und Altenhilfe“. Ein eigener attraktiver Tarif sei ein entscheidender Faktor im Wettbewerb um Fachkräfte.

Impulspapier als Dialogangebot

Die AcU ordnet ihr Papier ausdrücklich als Impulspapier ein, nicht als fertigen Reformplan. „Wir wissen, dass Veränderungen im Dritten Weg nur gemeinsam gelingen“, sagte Scholz. Sebastian Spottke, stellvertretender AcU-Vorsitzender und Vorsitzender der Geschäftsführung der Marienhaus GmbH, verwies auf die tägliche Verantwortung der Dienstgeber für Einrichtungen, Mitarbeitende sowie Patient:innen. Das Positionspapier mache deutlich, was caritative Unternehmen brauchen, um diese Verantwortung auch künftig verlässlich wahrnehmen zu können.

Weitere Informationen zu den tarifpolitischen Zielen der AcU