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Nachfragerückgang und hoher Krankenstand: Zeitarbeitsfirma schlittert in Insolvenz
Der Hamburger Personaldienstleister HIT, der auch Pflegekräfte verleiht, hat Insolvenz angemeldet. Der Betrieb läuft vorerst weiter, doch der Fall offenbart, wie verwundbar die Personalversorgung in der Altenpflege ist, wenn Leiharbeitsanbieter ins Straucheln geraten.
Die HIT Personaldienstleistungen GmbH hat laut einer Unternehmensmitteilung am 23. März 2026 beim Amtsgericht Hamburg einen Insolvenzantrag gestellt. Das Gericht ordnete noch am selben Tag die vorläufige Insolvenzverwaltung an und bestellte die Rechtsanwältin Jennie Best von der Hamburger Kanzlei REIMER als vorläufige Insolvenzverwalterin. HIT ist seit über 30 Jahren in der Arbeitnehmerüberlassung und Personalvermittlung tätig und unterhält Standorte in Hamburg, Stade, Berlin, Leipzig und München. Das Unternehmen beschäftigt laut eigenen Angaben 140 Mitarbeitende – 126 davon als externe Leiharbeitskräfte, 14 in der internen Verwaltung.
HIT verleiht Personal in mehreren Branchen: Handwerk, Industrie und Technik, Logistik, Luftfahrt sowie Medizin und Pflege. Laut HIT geriet das Unternehmen durch die schwache gesamtwirtschaftliche Konjunktur unter Druck. Die Nachfrage nach Zeitarbeitskräften sei vor allem in den industriellen Einsatzbranchen spürbar zurückgegangen. Hinzu kamen dem Unternehmen zufolge außergewöhnlich hohe Krankenstände und Fehlzeiten, die die Produktivität belasteten und zu erheblichen Umsatzeinbußen führten. Dass ein Personaldienstleister selbst an Personalausfällen scheitert, dürfte in der Altenpflege ein vertrautes Muster sein – dort gehören krankheitsbedingte Ausfälle zu den größten betriebswirtschaftlichen Risiken.
Der Geschäftsbetrieb wird dem Unternehmen zufolge an allen fünf Standorten uneingeschränkt fortgeführt. Die Löhne und Gehälter der 140 Beschäftigten seien über die Insolvenzgeldvorfinanzierung der Bundesagentur für Arbeit abgesichert; die Zahlungen für Februar und März bereits geleistet worden. In einer Betriebsversammlung habe Best die Belegschaft über die Lage informiert.
Die vorläufige Insolvenzverwalterin sieht laut Mitteilung gute Chancen auf einen dauerhaften Erhalt des Betriebs. Best verweist auf den breit diversifizierten Kundenstamm und die Verankerung in konjunkturresilienten Branchen. Bereits in der vergangenen Woche hätten mehrere Wettbewerber Übernahmeinteresse signalisiert. Mit Unterstützung einer auf Krisensituationen spezialisierten Beratung soll in Kürze ein strukturierter M&A-Prozess anlaufen, um weitere Investor:innen anzusprechen.
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