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Diakonie will Nachhaltigkeit trotz fehlender Refinanzierung vorantreiben

Auf der 6. Strategietagung Nachhaltigkeit in Berlin forderten über 100 Vertreter:innen diakonischer Unternehmen verlässliche Finanzierungszusagen für Klimaschutzinvestitionen. Klimafolgen wie Hitze und Starkregen verursachen bereits heute Schäden in sozialen Einrichtungen – mangelhafte Vorsorge könne im Extremfall die Existenz von Trägern gefährden.

6. Strategietagung Nachhaltigkeit am 23./24. April in Berlin Foto: VdDD

Diakonische Einrichtungen sollen ihre Nachhaltigkeitsstrategien fortführen, auch wenn politische Unterstützung und Refinanzierung fehlen. Darauf verständigten sich die Teilnehmer:innen der 6. Strategietagung Nachhaltigkeit am 23. und 24. April in Berlin. Eingeladen hatten die Diakonie Deutschland, die Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) sowie der Bundesverband diakonischer Einrichtungen (V3D).

Dr. Martin Herrmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Allianz für Klimawandel und Gesundheit (KLUG), bezeichnete den Klimawandel und die Überschreitung planetarer Grenzen als größte Gesundheitsbedrohung der Gegenwart. Deutschland sei auf Hitzewellen weiterhin unzureichend vorbereitet. Herrmann verwies auf eine gemeinsame Studie des World Economic Forums und der Allianz-Versicherung, der zufolge bis 2035 weltweit jährliche Produktivitätsverluste von 2,4 Billionen US-Dollar durch Hitzewellen drohen. Er warb für eine Beteiligung am Hitzeaktionstag am 11. Juni.

Albrecht Broemme, Ehrenpräsident des Technischen Hilfswerks, warnte, mangelhafte Vorsorge für Klimarisiken könne im schlimmsten Fall die Existenz eines Unternehmens gefährden. Im Zentrum stehe der Schutz der Menschen.

Johanne Hannemann, Vorstandsvorsitzende des Verbands diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD), betonte, Klimafolgen wie Hitze und Starkregen verursachten bereits heute Schäden. Die Sozialbranche brauche weniger Regulierung, dafür aber eine verlässliche Finanzierung für Klimaschutzinvestitionen.

Finanzexperte Prof. Dr. Thorn Kring hob in seiner Keynote die zunehmende Dynamik der Nachhaltigkeitsregulierung im Finanzsektor hervor. Banken würden ESG-Kriterien konsequenter in Investitions- und Kreditentscheidungen einbeziehen, um stabile Märkte zu sichern. Dr. Ekkehard Thiesler, Vorstandsvorsitzender der KD-Bank, mahnte gegenüber der Politik eine verlässlichere mittel- und langfristige Planbarkeit an. Auch ohne umfassende Berichtspflichten sei eine Datenerhebung entscheidend, um künftige Nachteile bei der Finanzierung zu vermeiden.

Elke Ronneberger, Bundesvorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, forderte eine flächendeckende Verankerung von Klimaschutz und Klimaanpassung. Als Beispiel mit messbaren lokalen Effekten nannte sie die Initiative „1.000 Gärten“, in deren Rahmen bundesweit Außenflächen sozialer Einrichtungen naturnah und insektenfreundlich umgestaltet wurden. Ziel sei es, Biodiversität zu fördern sowie Lebensqualität und soziale Teilhabe zu stärken.

Die Teilnehmer:innen waren sich einig, dass Nachhaltigkeit trotz schwieriger Rahmenbedingungen eine zentrale Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit diakonischer Einrichtungen bleibt. Die nächste Strategietagung am 29. und 30. April 2027 soll sich verstärkt mit den betriebswirtschaftlichen Chancen nachhaltiger Unternehmensführung befassen.