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WIdO-Chef: Krankenhausaufenthalte durch bessere Strukturen vermeiden
Die Vermeidung von Krankenhausaufenthalten bei Pflegebedürftigen wird nach Einschätzung von WIdO-Geschäftsführer Dr. David Scheller-Kreinsen maßgeblich im häuslichen Umfeld entschieden. Ambulante Pflegedienste, pflegende Angehörige und eine stärker vernetzte wohnortnahe Versorgung spielen dabei eine zentrale Rolle. Im Interview mit der Ärzte Zeitung fordert er zudem eine stärkere Ambulantisierung der medizinischen Versorgung und erweiterte Kompetenzen für Pflegefachkräfte.
Für das Management ambulanter Pflegedienste enthält das aktuelle Interview mit Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), Dr. David Scheller-Kreinsen, eine klare Botschaft: Die Zukunft der Versorgung liegt zunehmend im häuslichen Setting. So leben die meisten der inzwischen mehr als fünf Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland nicht in stationären Einrichtungen, sondern zu Hause. Die Hauptlast der Versorgung tragen dabei die pflegenden Angehörigen. Auch ambulante Pflegedienste können also demnach einen wichtigen Beitrag leisten, um Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. Pflegekräfte seien häufig diejenigen, die gesundheitliche Verschlechterungen frühzeitig erkennen, das Medikamentenmanagement stabilisieren sowie koordinierende und präventive Aufgaben übernehmen können.
Wohnortnahe Strukturen für vulnerable Pflegehaushalte
Gleichzeitig verweist Scheller-Kreinsen darauf, dass viele Pflegehaushalte ausschließlich durch Angehörige und ohne Unterstützung eines Pflegedienstes versorgt werden. Umso wichtiger seien wohnortnahe und bedarfsgerechte Versorgungsstrukturen für diese oftmals besonders vulnerable und in ihrer Mobilität eingeschränkte Bevölkerungsgruppe.
Pflegesensitive Krankenhausfälle vermeiden
Aus Sicht des WIdO-Chefs hängt die Vermeidung sogenannter pflegesensitiver Krankenhausfälle entscheidend davon ab, wie die Versorgung im häuslichen Umfeld künftig organisiert wird. Er fordert eine Versorgung, die:
- wohnortnah
- zugänglich
- kooperativ
- sektorenübergreifend vernetzt
ist. Zudem müsse mehr geriatrische Kompetenz verfügbar sein.
Erweiterte Kompetenzen für Pflegefachkräfte und Telemedizin
Eine besondere Rolle schreibt Scheller-Kreinsen dabei den Pflegefachkräften zu. Deren Kompetenzen sollten künftig deutlich erweitert werden. Auch der Einsatz telemedizinischer Lösungen könne dazu beitragen, Pflegebedürftige länger stabil im häuslichen Umfeld zu versorgen und Klinikaufenthalte zu vermeiden. (ck)
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