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Anna Telle holt Gold in der Pflege

Die 21-jährige Chemnitzerin Anna Telle hat bei den EuroSkills 2025 im dänischen Herning die Goldmedaille in der Disziplin Pflege gewonnen. Damit setzt sie ein starkes Zeichen für die Bedeutung und Attraktivität der Pflegeberufe in Europa. Der Sieg war nicht nur ein persönlicher Erfolg, sondern unterstreicht auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Berufsbildung.

Freuen sich über das Pflege-Gold: Bundestrainer Marcus Rasim und Siegerin Anna Telle. Foto: M. Rasim

Mit ihrem Titelgewinn bei den EuroSkills 2025 ist Anna Telle zur neuen europäischen Botschafterin der Pflege geworden. Die junge Pflegefachfrau, die erst vor wenigen Wochen ihre Ausbildung am Bethanien Bildungszentrum für Gesundheitsfachberufe in Chemnitz als Jahrgangsbeste abgeschlossen hat, setzte sich in der Disziplin „Gesundheits- und Sozialbetreuung“ an die Spitze. „Ich bin sehr glücklich und natürlich auch stolz auf mich – es war wirklich nicht einfach, diese riesige Herausforderung zu meistern“, erklärte die frisch gekürte Europameisterin nach dem Wettkampf. Für sie war der Erfolg die Krönung mehrerer intensiver Wettkampftage, die ein hohes Maß an Fachwissen, praktischem Können und Nervenstärke verlangten.

Pflege ist anspruchsvoll und vielseitig

Mit Telles Sieg steht die Pflege stärker denn je im Fokus des europäischen Berufswettbewerbs. Während andere Disziplinen wie Mechatronik, Schreinerei oder IT oft im Vordergrund stehen, zeigte der Erfolg der Chemnitzerin eindrucksvoll, wie anspruchsvoll und vielseitig Pflege ist. Sie überzeugte die Jury nicht nur durch exzellente praktische Fertigkeiten, sondern auch durch ihre kommunikative Kompetenz – Fähigkeiten, die im Pflegealltag unverzichtbar sind. Schulleiterin Susan Tanneberger vom Bethanien Bildungszentrum würdigte ihre Schülerin als „außergewöhnlich fachkundig“ und lobte vor allem ihre „starke Nervenstärke und Empathie“.

EuroSkills als Bühne für berufliche Bildung

Die EuroSkills gelten als die größte Leistungsschau der beruflichen Bildung in Europa. In Herning traten 585 Talente aus 32 Nationen in 38 Berufsfeldern gegeneinander an, Deutschlands nationales Team holte insgesamt 22 Medaillen. Für den Bereich Pflege ist Telles Sieg besonders bedeutsam: Er zeigt, dass die deutsche Pflegeausbildung international mithalten kann und Perspektiven eröffnet, die weit über den Klinikalltag hinausreichen. Auch der Bundestrainer der Nationalmannschaft Pflege Marcus Rasim betonte die Entwicklung des Nachwuchses: Alle bisherigen Starterinnen in der Disziplin Pflege hätten Podiumsplätze erreicht, und nun sei mit Telles Goldmedaille ein weiterer Höhepunkt erreicht worden. Über die Vorbereitungen zum Wettbewerb hatte Rasim vor einigen Wochen im Podcast „New Care – New Leadership“ gesprochen. Hier geht es zur Folge mit ihm.

Von der Ausbildungsbank ins Rampenlicht

Für Anna Telle war der Wettbewerb ein besonderer Meilenstein. Noch bis Jahresende arbeitet sie in den Zeisigwaldkliniken Bethanien in Chemnitz, bevor sie längere Reisen und anschließend ein Medizinstudium plant. Doch schon jetzt hat sie mit ihren Erfolgen als doppelte deutsche Meisterin und frisch gebackene EuroSkills-Siegerin ein Ausrufezeichen gesetzt. „Die Goldmedaille ist mega, aber der Wettbewerb und alles drumherum sind noch viel besser. Die Medaille ist der Bonus“, sagte Telle nach ihrem Triumph.

Während Team Germany in der Gesamtwertung mit sieben Gold-, sechs Silber- und drei Bronzemedaillen einen zweiten Platz im Nationenranking erreichte, liefert Anna Telles Goldmedaille den starken Beweis: Die Pflege ist längst ein Fachgebiet, das in Europa auf Augenhöhe mit technischen Disziplinen steht – und junge Fachkräfte wie sie tragen dazu bei, diesem oft unterschätzten Berufsfeld die verdiente Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Alle Medaillengewinner:innen der Deutschen Berufe-Nationalmannschaft bei den EuroSkills Herning 2025 finden Sie hier.