Unternehmen
AWO Hof meldet Insolvenz in Eigenverwaltung
Die AWO Hof hat sich mit einem Großküchen-Projekt finanziell verhoben und ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Laut BR24 sollen ambulante und stationäre Pflegeangebote im laufenden Betrieb weitergeführt werden.
Der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Hof Stadt und Land hat beim Amtsgericht Hof ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt; dem wurde am 11. August 2025 stattgegeben, berichtet BR24. Bei diesem Verfahren bleibt die Verantwortung im Verband, fachlich begleitet durch einen Generalbevollmächtigten und einen Sachwalter.
Hauptursache sei der Bau einer Großküche mit Kosten von über fünf Millionen Euro. Laut dem auf Insolvenzen spezialisierten Anwalt Gunther Neef, der den Verband als Generalbevollmächtigter unterstützt, seien die Baukosten während der Corona-Pandemie stark gestiegen; hinzu kam, dass die Auslastung trotz Bemühungen hinter den Erwartungen zurückblieb. Der Kreisverband betont, dass ausschließlich die AWO im Stadtgebiet Hof und die Ortsvereine im Landkreis betroffen seien; andere AWO-Organisationen seien nicht involviert.
Der Verband erwirtschaftet jährlich rund 18 Millionen Euro und betreibt neben der Großküche zwei Pflegeheime in Hof, betreutes Wohnen in Hof und Lichtenberg, eine Tagespflege in Lichtenberg, einen ambulanten Pflegedienst sowie einen Kinderhort. Abgesehen von der Großküche seien alle Einheiten wirtschaftlich intakt, so Neef. Er beschreibt interne Verflechtungen zwischen Bereichen, stellt die Küche aber als isoliertes Problem dar, für das nun entweder eine tragfähige Sanierung oder ein Ausstieg geprüft werde. Die Kreisvorsitzende Marion Ühla-Mayer erklärte laut BR24, eine Lösung könne sein, einen externen Betreiber für die Küche zu finden; Angebote aus dem pflegerischen Bereich seien von den Verlusten der Küche unabhängig.
Das operative Geschäft läuft derweil weiter. Neef begründet den Schritt mit vorausschauender Krisenprävention: Noch bestehe keine Zahlungsunfähigkeit, sie drohe aber, weshalb früh gehandelt worden sei. Für die Beschäftigten – insgesamt 317 Mitarbeiter:innen, davon knapp 40 in der Großküche – ist die Vergütung durch Insolvenzgeld für August bis Oktober gesichert, gezahlt von der Agentur für Arbeit einschließlich Sozialbeiträgen. Für den Fall der Insolvenzeröffnung im November sei vorgesehen, dass die AWO wieder regulär die Löhne zahlt. Neef setzt auf Geschlossenheit von Belegschaft und Führung, mit dem Ziel, den Verband finanziell und strukturell stabiler aus dem Verfahren zu führen.
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