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Häusliche Pflege Future Lab: Experten fordern Paradigmenwechsel für ambulante Pflege

Anlässlich des 33-jährigen Jubiläums der Fachzeitschrift „Häusliche Pflege“ trafen sich am 30. September rund 30 Experten aus ambulanter Pflege, Pflegewissenschaft und außerklinischer Intensivpflege zum „Häusliche Pflege Future Lab“ bei Vincentz Network Hannover. In Workshops entwickelten die Teilnehmenden konkrete Zukunftsvisionen für die Branche.

Was will und braucht die ambulante Pflege, um auch in Zukunft gute und qualitativ hochwertige Arbeit zu machen? Darum ging es im anlässlich des 33. Geburtstages der Zeitschrift im Häusliche Pflege Future Lab in Hannover. Foto: Florian Arp

Ein zentrales Ergebnis: Die ambulante Pflege muss raus aus der Opferrolle. „Wir feiern heute 33 Jahre Pflegenotstand“ – mit diesem provokanten Tagesmotto fasste Experte Prof. Ronald Richter die Diskussionen um notwendige politische Rahmenbedingungen für die Zukunft zusammen. Statt ständig über Probleme zu klagen, solle die Branche mit „breiter Brust“ in die Öffentlichkeit treten und sich selbst feiern. Das Geld für gute Pflege sei vorhanden.

Strukturelle Reformen gefordert

Die Teilnehmer forderten grundlegende Veränderungen: Die Trennung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung solle aufgelöst werden. Stattdessen sollten Versicherte ein Budget erhalten, mit dem sie sich Pflege nach ihren individuellen Bedürfnissen einkaufen können. Neue Versorgungsformen wie selbstorganisierte Wohngemeinschaften und „soziale Dörfer“ könnten lokale, quartiersbezogene Lösungen bieten.

Führung und Personal neu denken

Beim Personal und der Führung stand die Entwicklung einer „Stolzkultur“ im Fokus. Führungskräfte sollten als „Dienstleister“ für ihre Mitarbeiter agieren und mehr Führungskompetenz entwickeln. Unternehmen müssten mutiger werden – sowohl bei der Trennung von ungeeigneten Mitarbeitern als auch bei der Ablehnung von Klienten, die nicht zur Unternehmenskultur passen.

Bei der Digitalisierung betonten die Experten: „Die IT ist nicht alles, aber ohne IT ist auch alles nichts.“ Technologie solle die Arbeitsprozesse verbessern und nicht behindern. Pflegeunternehmen müssten lernen, ihre Bedürfnisse besser zu formulieren, damit IT-Lösungen wirklich helfen.

Das Häusliche Pflege Future Lab wurde unterstützt vom Softwareanbieter Bärcare.