Palliativpflege

Nachholbedarf bei kultursensibler  Palliativarbeit

Eine immer vielfältigere Gesellschaft braucht Hospize und eine palliative Versorgung, die Menschen jeder kulturellen Herkunft erreichen. Aus Sicht der Diakonie Deutschland besteht bei der kultursensiblen Hospiz- und Palliativarbeit jedoch weiter erheblicher Nachholbedarf in Deutschland. Es werde Aufgabe der kommenden Bundesregierung sein, die Rahmenbedingungen dafür zu verbessern.

Foto: Neetz/epd Diakonie-Präsident Ulrich Lilie : "Von den mehr als 21 Millionen Menschen mit internationaler Geschichte in Deutschland nehmen nur wenige diese Angebote wahr - auch weil sie zu wenig darüber erfahren."

„Jeder Mensch muss sicher sein, am Ende seines Lebens gut umsorgt zu werden – unabhängig von der kulturellen Herkunft, Weltanschauung, Religion, sozialem Status oder Bildungsgrad. Hospizliche und palliative Angebote stehen zwar jedem Menschen offen, sie erreichen aber bei weitem nicht alle“, bemerkt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie.

Er plädiert, die interkulturelle Kompetenz in der Hospizarbeit stärker zu fördern und auch bei den Mitarbeitenden vielfältiger zu werden. „Weder sprachliche oder kulturelle Barrieren noch Ängste dürfen Menschen davon abhalten, an ihrem Lebensende Hilfe in Anspruch zu nehmen“, sagt Lilie.

„In unserer immer diverseren und immer älter werdenden Gesellschaft müssen die Hospizarbeit und die Palliativversorgung in der nächsten Wahlperiode so gestärkt und ausgebaut werden, dass sie die individuellen Bedürfnisse der Menschen besser berücksichtigen können“, fordert der Diakonie-Präsident. Sein Vorschlag: ein flächendeckend niederschwelliger Zugang zu Beratung, Begleitung und Versorgung. Die künftige Bundesregierung müsse dafür die Voraussetzungen schaffen, dass „jeder Mensch in der letzten Lebensphase die Unterstützung bekommt, die er benötigt“.