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Netzwerk Hitzeschutz: Hitzetote in Brandenburg fast verdoppelt
Der Bundesverband „wir pflegen“ beklagt fehlende Entlastungsangebote für pflegende Familienangehörige. „Die Pflegeinfrastruktur muss massiv ausgebaut werden, um Angehörige zu entlasten und Berufstätigkeit zu ermöglichen“, sagte Geschäftsführerin Edeltraut Hütte-Schmitz am Donnerstag in Berlin. „Wenn wir passende Angebote schaffen, verhindern wir nicht nur den Ausstieg von Fachkräften aus dem Beruf, sondern wir gewinnen Arbeitskräfte zurück.“
Das Land Brandenburg gehört zu den am stärksten von Hitze betroffenen Regionen Deutschlands und verzeichnet – hinter Berlin – die meisten Hitzetage bundesweit. Seit den 1950er Jahren hat sich die jährliche Anzahl der heißen Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius von knapp fünf auf fast 15 nahezu verdreifacht.
„Der Sommer steht bevor, und aus den Erfahrungen der letzten Jahre und den aktuellen Analysen der Experten kann man schlussfolgern, dass es wieder Hitzeperioden und vielleicht auch Hitzerekorde geben könnte“, warnt Gesundheitsministerin Britta Müller. Das Jahr 2024 war das bisher wärmste Jahr seit Beginn regelmäßiger Messungen – weltweit, europaweit und auch in Brandenburg.
Fokus auf besonders gefährdete Gruppen
„Extreme Hitze kann tödlich sein – nicht nur für geschwächte Menschen“, betont Müller. Im Fokus des Netzwerks stehen daher besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen, wie Hochaltrige und Pflegebedürftige, Kinder, Menschen mit chronischen Erkrankungen und Personen, die im Freien arbeiten.
Betriebe zum Handeln aufgefordert
Klimaschutzminister Daniel Keller weist darauf hin, dass nicht nur soziale und medizinische Einrichtungen, sondern auch Betriebe gefordert sind: „Neben sozialen und medizinischen Einrichtungen sind deshalb auch Betriebe angehalten, bei der zunehmenden Anzahl an Hitzetagen Vorsorge zum Schutz ihrer Mitarbeitenden zu treffen.“
Als mögliche Maßnahmen nennt er:
- Außenverschattung von Fenstern
- Bereitstellung von Trinkwasserspendern
- Angepasste Arbeitszeiten an Tagen mit Hitzewarnung
Anmeldung noch möglich
Das Netzwerktreffen in Potsdam dient dem Austausch und der weiteren Vernetzung aller relevanten Akteure und Experten auf dem Gebiet Hitzeschutz im Rahmen der Klimaanpassungsstrategie des Landes Brandenburg. Anmeldungen für die Veranstaltung sind noch bis zum 2. Juni bei der Fachstelle Zentrales Netzwerk Hitzeschutz möglich.
Mehr Tipps und Hinweise rund um den Hitzeschutz für Mitarbeitende im ambulanten Pflegedienst und Klientinnen und Klienten lesen Sie im Titelthema der Juni-Ausgabe von Häusliche Pflege. (hp)
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