Ambulanter Pflegemarkt
Pflegeunion und Lebensblick übernehmen weitere Kenbi-Standorte
Die Sanierung der Kenbi-Gruppe schreitet weiter voran: Wie Insolvenzverwalter Dr. Gregor Bräuer, Partner der Kanzlei Streitbörger, mitteilt, wurden elf weitere ambulante Pflegestandorte des Unternehmens in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen an neue Träger übergeben.
Die Pflegeunion (Düsseldorf) und Lebensblick (Lemgo) übernehmen die Einrichtungen und damit 240 von bislang 260 Mitarbeitenden. Nach eigenen Angaben wollen beide Investoren die Betriebe langfristig weiterentwickeln.
Die Differenz zur bisherigen Beschäftigtenzahl resultiert aus der Integration eigener administrativer Strukturen durch die neuen Betreiber. Der Fokus der Übernahme lag laut Bräuer daher auf dem pflegerischen Personal.
Mit dem nun abgeschlossenen Investorenprozess für die westdeutschen Standorte sei die nachhaltige Fortführung der Kenbi-Betriebe gesichert, so Bräuer. Bereits im Juni waren die Einrichtungen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt an die Pflegewerk-Gruppe übergeben worden. Diese übernahm rund 470 Beschäftigte und alle dortigen Geschäftsbereiche. Pflegewerk zählt nach eigenen Angaben zu den 15 größten ambulanten Pflegeanbietern in Deutschland.
Insgesamt konnten innerhalb von vier Monaten nahezu alle der rund 50 Standorte sowie über 735 Arbeitsplätze erhalten werden. Die Versorgung von rund 2.500 Pflegebedürftigen bleibt laut Insolvenzverwalter vollständig gesichert. Die neuen Betreiber verfügen über alle erforderlichen Versorgungsverträge, sodass ein nahtloser Übergang gewährleistet ist.
Zwei Standorte – Rheda-Wiedenbrück und Bad Fallingbostel – wurden hingegen im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen geschlossen. Bereits vor der Vertragsunterzeichnung waren die Einrichtungen in Bodenwerder und Kerpen mit insgesamt rund 25 Mitarbeitenden von den neuen Trägern übernommen worden.
Bräuer betont die Bedeutung der konsequent umgesetzten Sanierungsmaßnahmen seit Insolvenzanmeldung Ende März 2025. Der Geschäftsbetrieb sei durchgehend aufrechterhalten worden, parallel wurden strukturelle und finanzielle Reformen angestoßen. Über die Höhe der Kaufpreise wurde Stillschweigen vereinbart.
„Mit den nun erzielten Lösungen erhalten die Kenbi-Standorte eine neue, langfristige Perspektive“, erklärte Bräuer. Er dankte insbesondere den Mitarbeitenden und dem Gläubigerausschuss für deren Beitrag zum Verfahrenserfolg. (hp)
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren