Management

Von e-Auto bis Mitarbeiterbindung: So betreibe ich einen nachhaltigen Pflegedienst

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wird aktuell nahezu inflationär gebraucht. Ob nachhaltige Energie, Wirtschaft oder Personalplanung – in zahlreichen Bereichen ist Nachhaltigkeit nicht nur das Ziel, sondern oftmals auch die Vorgabe der nächsten Jahre. Doch was bedeutet das konkret und wie kann ein nachhaltiger Pflegedienst aussehen?

Grafik: SozialFactoring

Von Andreas Dehlzeit

Ökologisch sinnvolle Mobilität

Für einen ambulanten Pflegedienst ist ein eigener Fuhrpark unerlässlich. Aufgrund der hohen Anschaffungskosten und der noch immer eingeschränkten Verfügbarkeit von Ladesäulen haben bisher nur wenige ambulante Pflegedienste die Möglichkeit, auf E-Mobilität umzusteigen und nutzen daher Kraftstoff betriebene Autos. Die Bundesregierung hat allerdings zum Ziel, bis 2030 ein flächendeckendes Netz aus einer Millionen Ladepunkte, d. h. Anschlüsse für ein Elektroauto, zu errichten, weshalb zukünftig vermehrt auch Elektroautos oder hybrid betriebene Fahrzeuge von ambulanten Pflegediensten eingesetzt werden könnten.

Wirksame Mitarbeiterbindung

Laut der Pflegekräftevorausberechnung des Statistischen Bundesamtes werden bis zum Jahr 2049 mindestens 280 000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt. Schon jetzt spüren nicht nur die Pflegekräfte selbst, sondern auch die Patient:innen, den Mangel an Fachpersonal. Um für eine nachhaltige Mitarbeiterbindung zu sorgen, müssen Arbeitgeber ihren Mitarbeiter:innen vor diesem Hintergrund möglichst starke Argumente liefern, um nicht ständig in Sorge vor zu hoher Personalfluktuation zu sein.

Stattdessen sorgen sie auf diesem Wege für personelle Kontinuität. Neben einer nachhaltigen Kommunikation, bei der sich die Mitarbeiter*innen mitgenommen und wertgeschätzt fühlen, steigern Benefits und Annehmlichkeiten nachweislich die Zufriedenheit. Angebote wie die Bezuschussung eines ÖPNV-Tickets und Fahrradleasings fördern nicht nur die Mobilität der Mitarbeiter:innen, sondern tragen auch zur Vermeidung von CO2-Emissionen bei. Die Nutzung des Fahrrads für den Arbeitsweg sowie gesponserte Mitgliedschaften in Fitnessstudios oder Sportvereinen fördern beispielsweise die Gesundheit der Mitarbeiter:innen. Auch Mitarbeiterfeste, Teamtage oder zusätzliche Urlaubstage steigern die Zufriedenheit und Erholung des gesamten Teams.

Ein besonderes Extra bietet die Gehaltszahlung schon zur Mitte des Monats. Da Leistungserbringer des Sozial- und Gesundheitswesens von dem tatsächlichen Zahlungsverhalten der Leistungsträger abhängig sind und dadurch häufig mit unsicheren Zahlungseingängen und langen Wartezeiten beim Geldeingang rechnen müssen, bedeutet dies in der Regel auch eine unsichere Liquidität.

Durch die Nutzung von Vorfinanzierungslösungen wie Factoring können Leistungserbringer diese Unsicherheiten beheben. Factoring sorgt jeden Monat für planbare Liquidität, so dass Gehälter, Miete und weitere Kosten sicher gezahlt werden können – auch schon zur Mitte des Monats. Den Mitarbeiter:innen ihre Gehälter früher auszuzahlen, bedeutet für einen Pflegedienst einen großen Wettbewerbsvorteil auf dem angespannten Arbeitsmarkt.

Zukunftsfähiger Arbeitsplatz

Ob Strom, Abfall oder Papier – ambulante Pflegedienste sparen schon durch kleine Maßnahmen Ressourcen ein. Das Bundesministerium für Gesundheit hat dazu ein Gutachten bei der Stiftung Viamedica in Auftrag gegeben, das unter anderem folgende Maßnahmen für die ambulante Pflege ermittelte.

In Bezug auf die Stromnutzung seien beispielsweise LED-Leuchten, Nachtschaltungen oder tageslichtgesteuerte Beleuchtung für den Außenbereich besonders sparsam. Auch die Nutzung von erneuerbaren Energien durch den Bezug von Ökostrom oder einer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach fördere die Nachhaltigkeit. In Hinblick auf die Wärmeeffizienz sei es hilfreich, die Temperatur in den Arbeitsräumen im Winter auf 20 Grad zu reduzieren. Bei einem eigenen Gebäude oder gar einem Neubau sorge die Berücksichtigung des KfW-Standards und weitere Maßnahmen wie etwa die Dachbegrünung für eine wirtschaftliche Gebäudeenergie.

Ein weiterer wichtiger Faktor sei die Digitalisierung in der Pflegedokumentation. Der Umstieg auf digitale Kommunikation und der Verzicht bzw. die Einsparung von Papier und Druckerzeugnissen würde Ressourcen effizienter nutzen. Insgesamt seien laut dem Gutachten regulatorische Rahmenbedingungen für klimafreundliches Pflegen hilfreich sowie Beratungen, Handreichungen und Checklisten zu Nachhaltigkeitsmaßnahmen, die den Pflegenden bei der Umsetzung helfen.

Finanzielle Sicherheit

Eine nachhaltige Unternehmensführung zeichnet sich neben den bereits genannten Aspekten auch durch eine sichere Finanzierung aus. Ein gesundes Fundament aus verschiedenen Finanzierungsformen bietet langfristige Zahlungssicherheit und ermöglicht Investitionen in ein zukunftsfähiges Unternehmen. Mit planbarer Liquidität, die bspw. durch Vorfinanzierung mit Factoring gesichert werden kann, können sich insbesondere ambulante Pflegedienste von den späten Zahlungseingängen der Kranken- und Pflegekassen unabhängig machen und dadurch viel flexibler mit ihrem Unternehmensbudget arbeiten.

Weitere Informationen zum Thema Vorfinanzierung mit Factoring, finden Sie auf der Webseite der SozialFactoring unter www.sozialfactoring.de. Informationen zum Thema Nachhaltigkeit für die Sozial- und Gesundheitswirtschaft bietet das Beratungsunternehmen SozialGestaltung unter https://sozialgestaltung.de/loesungen/#nachhaltigkeit .

*Die Redaktion weist daraufhin, dass die Angaben keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

Autor Andreas Dehlzeit ist Sprecher der Geschäftsführung der SozialFactoring.

Teil 1 der Artikelserie lesen Sie hier: Pflegedienst gründen in stürmischen Zeiten!? – Zahlen, Daten, Fakten und Voraussetzungen

Teil 2 der Artikelserie lesen Sie hier: Unternehmensgründung: Zwischen Analyse und Gesetzestexten

Teil 3 der Artikelserie lesen Sie hier: Von Zahlenkolonne zu Planungsassistent: Gut organisiert die Finanzen im Blick behalten

Teil 4 der Artikelserie lesen Sie hier: Papierchaos bewältigen: Zwischen Abrechnung und Kostenaufstellung einen kühlen Kopf bewahren

Teil 5 der Artikelserie lesen Sie hier: Perspektivwechsel: Chancen und Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit gesetzlichen Krankenkassen

Teil 6 der Artikelserie lesen Sie hier: Ready, set, go – so gelingt ein erfolgreicher Start der Unternehmensgründung