Pflege und Politik
Wirtschaftlicher Druck auf ambulante Dienste wächst
Die Lucial Pflege Gruppe mit ihren ambulanten Pflegediensten in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sieht die geplanten Änderungen im Rahmen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes mit Sorge und warnt vor möglichen Folgen für Pflegeunternehmen und die Versorgung pflegebedürftiger Menschen.
Die im Gesetzentwurf vorgesehene Regelung wird dazu führen, dass tarifliche Lohnsteigerungen in der Häuslichen Krankenpflege künftig nicht mehr vollständig refinanziert werden. Und dies, obwohl die gesetzliche Verpflichtung zur Tariftreue gleichzeitig bestehen bleibt. Die Politik verordnet hohe Löhne, dadurch sind die Kosten in der Pflege stark gestiegen und nun will die Politik nicht dafür zahlen.
„Die Personalkosten in der Pflege sind in den vergangenen Jahren durch die Tarifanlehnung massiv gestiegen. Ambulante Dienste leiden bereits unter einer erheblichen finanziellen Belastung, da die steigenden Kosten nicht komplett weitergegeben werden können. Wenn tarifliche Kostensteigerungen künftig nicht mehr vollständig refinanziert werden, wird sich diese Situation weiter verschärfen“, erklärt Tonio Riederer von Paar, Geschäftsführer der Lucial Pflege Gruppe.
Anders als viele andere Branchen können ambulante Pflegedienste ihre Preise nicht frei gestalten. Die Vergütungen werden mit Kranken- und Pflegekassen verhandelt, während Personal-, Energie- und Sachkosten seit Jahren kontinuierlich steigen. Die Preise und die Löhne sind bei ambulanten Pflegediensten reguliert.
„Ambulante Pflegedienste brauchen endlich verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Versorgung kann nur gesichert werden, wenn politische Entscheidungen auch in der praktischen Umsetzung tragfähig bleiben“, so Riederer von Paar weiter. „Wenn die Belastung für ambulante Pflegedienste weiter zunimmt, werden Versorgungsangebote vor Ort verschwinden. Das würde insbesondere Menschen treffen, die auf Unterstützung zuhause angewiesen sind.“
Die aktuelle politische Debatte greift zentrale Themen auf, die Riederer von Paar auch in seinem Buch „Rettet die ambulante Pflege“ beschreibt. Darin schildert er die strukturellen Herausforderungen der ambulanten Pflege und wirbt für verlässliche politische Rahmenbedingungen für eine langfristig stabile Versorgung.
„Ambulante Pflege ist ein zentraler Bestandteil unseres Gesundheitssystems. Sie ermöglicht Versorgung zuhause, entlastet Kliniken und stationäre Einrichtungen und gibt vielen Menschen Sicherheit im Alltag. Aber laufend ändern sich unsere Konditionen. Wir brauchen mehr Verlässlichkeit, wirtschaftliche Stabilität und langfristige Entscheidungen, um die Versorgung bedürftiger Menschen dauerhaft sichern zu können“, so Riederer von Paar.
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