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AWO-Kreisverband Wesel erarbeitet Sanierungsplan
Der AWO-Kreisverband Wesel plant nach übereinstimmenden Medienberichten beim Amtsgericht Kleve einen Antrag auf ein Eigenverwaltungsverfahren zu stellen. Ziel dieses Weges sei es, den Wohlfahrtsverband strukturell, wirtschaftlich und inhaltlich zukunftsfähig aufzustellen.
Trotz großer Anstrengungen in den vergangenen Jahren sei es dem Verband nicht gelungen, die wirtschaftlichen Altlasten etwa aus dem ambulanten Pflegebereich aufzufangen. Hinzu gekommen seien deutliche gesetzliche Verschlechterungen der Finanzierung der Investitionen im stationären Pflegebereich. Die finanziellen und vor allem personellen Folgen der Corona-Pandemie in der Seniorenpflege, einem Kernbereich der Arbeit der Kreis-AWO, hätten die Situation weiter verschärft.
Eine Vielzahl offener Forderungen trotz Rechnungsstellung und Mahnläufen, deutlich gestiegene Betriebs-, Energie- und Nebenkosten, u. a. infolge internationaler Krisen, sowie eine dauerhaft unzureichende Refinanzierung sozialer Arbeit in verschiedenen Tätigkeitsfeldern, insbesondere im Bereich Beratung, hätte die wirtschaftliche Lage zusätzlich belastet. Warnungen aus der Praxis an die Gesetzgeber seien „lange nicht ausreichend gehört“ worden. Auch viele andere Wohlfahrtsdienstleister seien den Schritt der AWO im Kreis Wesel gegangen.
„Wir haben in enger Abstimmung mit unserem Präsidium und mit juristischer wie betriebswirtschaftlicher externer Expertise einen Sanierungsplan mit vielen Maßnahmen und rund 5 Mio. Euro an jährlichen Verbesserungen erarbeitet und uns bewusst für den Weg der Eigenverwaltung entschieden“, erklärt Jochen Gottke, der den Verband als Kreisvorsitzender auch im nun begonnenen Sanierungsprozess an der Seite der beteiligten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft leitet. „Es ist ein mutiger Schritt, aber auch ein notwendiger – wir übernehmen Verantwortung für die Zukunft unseres Verbandes.“
Der AWO-Kreisverband rechnet damit, dass die Umsetzung des Sanierungsplans in rund einem Jahr erfolgt sein wird. In der Eigenverwaltung bleibt der Vorstand des Kreisverbandes weiterhin handlungsfähig und gestaltet den Sanierungsprozess aktiv mit.
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