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Mehrheit zweifelt an eigener Pflegeversorgung im Alter
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung – 55 Prozent – geht davon aus, im Pflegefall nicht ausreichend versorgt zu werden. Das geht aus einer YouGov-Erhebung hervor, die der Sozialverband VdK in Auftrag gegeben hat. Nur 5 Prozent der Befragten halten eine gute Versorgung für „sehr wahrscheinlich“, weitere 25 Prozent für „eher wahrscheinlich“. Demgegenüber stehen 35 Prozent, die ihre Pflege für „eher unwahrscheinlich“ halten, und 20 Prozent, die sie sogar als „sehr unwahrscheinlich“ einstufen.
Bei der Frage, wer für die Pflegeversorgung verantwortlich sein sollte, fällt die Antwort laut der VdK-Umfrage eindeutig aus: 82 Prozent schreiben dem Staat eine große oder sehr große Verantwortung zu – 44 Prozent davon sogar eine „sehr große“. Gleichzeitig sehen 72 Prozent der Befragten auch jede Person selbst in der Pflicht, für den Pflegefall vorzusorgen. Die Familie oder Angehörige nennen 59 Prozent als Mitverantwortliche.
VdK-Präsidentin Verena Bentele ordnet die Ergebnisse so ein: „Die Menschen erwarten eine starke staatliche Absicherung und vertrauen nicht darauf, dass in erster Linie Familie oder Angehörige die Pflege gewährleisten. Der Staat muss mehr Verantwortung übernehmen, statt sich zurückzuziehen. Die aktuellen Kürzungsideen widersprechen der Lebensrealität der Menschen völlig.“
Vor dem Hintergrund der Umfragedaten richtet sich die Kritik des Sozialverbands gegen aktuelle Reformvorschläge in der Pflegepolitik. Diese würden laut VdK umfassende Leistungskürzungen nach sich ziehen – insbesondere in der häuslichen Pflege. Gerade dort findet jedoch der Großteil der pflegerischen Versorgung in Deutschland statt. Statt Einschnitten fordert der Verband eine verlässliche und wohnortnahe Versorgungsstruktur.
Als konkreten Lösungsansatz bringt der VdK ins Spiel, Pflege zur Pflichtaufgabe der Kommunen zu machen. Städte und Gemeinden seien nah an den Menschen, kennten die lokalen Bedarfe und könnten passgenaue Angebote entwickeln. Dadurch entstünde Handlungsdruck vor Ort und eine geringere Abhängigkeit von einzelnen Leistungserbringer:innen. Aus Sicht des Sozialverbands braucht es keine Kürzungen, sondern eine strukturelle Stärkung der Pflegeinfrastruktur.
Die zugrundeliegende Befragung wurde vom 6. bis 9. Februar 2026 unter 2.204 Personen durchgeführt und ist laut YouGov repräsentativ für die Wohnbevölkerung ab 18 Jahren. Weitere Informationen finden sich auf der Website des VdK.
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