Pflege und Politik

Pflegeausbildung auf Kosten der ambulanten Pflege

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Hauskrankenpflege (B.A.H.) schlägt Alarm. „Diese Ausbildungszuschläge machen inzwischen bereits zwei bis drei Prozent und mehr der ambulanten Pflegevergütung aus! Tendenz in den letzten Jahren steigend“, warnt der Berufsverband.

Foto: Werner Krüper

Schuld sei auch die seit dem 1.Januar 2024 zu refinanzierende Hochschulausbildung. Zudem soll künftig noch die geplante Refinanzierung der Pflegefachassistenz kommen. „So werden diese Ausbildungszuschläge weiter deutlich steigen. Zu leisten sind diese Beträge von zunehmend überforderten Pflegebedürftigen, die vor allem in den ostdeutschen Bundesländern mit niedrigen Durchschnittsrenten immer höhere Eigenanteile für ihre notwendigen Pflegeleistungen bezahlen müssen“, meint der B.A.H..

„Zudem würden Pflegedienste im System der Ausbildungsumlage dazu genötigt, als „Inkassodienstleister bei den Pflegebedürftigen die durchlaufenden Posten der Ausbildungszuschläge ein-zufordern“. Das sei eine „zusätzliche, neu geschaffene Bürokratie!“

Die generalistische Pflegeausbildung sowie die geplante Einführung der Pflegefachassistenz führen zu erheblichen Mehrkosten, die von Pflegebedürftigen getragen werden müssen. Dies stehe in klarem Widerspruch zu den Versprechungen der Bundesregierung, die Pflegekosten zu deckeln und die Auszubildenden zu unterstützen.

„Oft werden fachlich gebotene Pflegeleistungen aus finanzieller Not vom Pflegebedürftigen reduziert. Zwangsläufige Folge sind nicht mehr fachgerechte Versorgungen und Unterversorgungen“, so der B.A.H..

Zudem hätte die Pflegefachassistenzausbildung absehbar keinerlei Mehrwert für die ambulante Pflege. „Praxis und vertragliche Rahmenbedingungen haben bereits seit Jahren eine Abkehr von der fachkraftzentrierten pflegerischen Versorgung vollzogen. „Ein Großteil selbst der behandlungspflegerischen Maßnahmen des SGB V wird heute regelmäßig von materiell dafür qualifizierten Pflegehilfskräften ohne formale Ausbildung übernommen und fachlich sichergestellt“, stellt der Berufsverband klar.