Unternehmen
Schließung verhindert: AWO KV Lippe und Johanneswerk übernehmen Tagespflegen
Der Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe (AWO OWL) hatte im Rahmen seines Sanierungsverfahrens darüber informiert, alle vom Bezirksverband betriebenen Tagespflegeeinrichtungen aus wirtschaftlichen Gründen schließen zu müssen. Entgegen der ursprünglichen Ankündigung konnten jetzt Fortführungslösungen für die Tagespflegen in Bad Salzuflen und Detmold gefunden werden.
Die Tagespflege in Detmold wird ab sofort vom AWO Kreisverband Lippe fortgeführt wird. Die Einrichtung in Bad Salzuflen (Feierabendhaus) wird von der Evangelische Johanneswerk gGmbH übernommen. Damit bleiben alle hiesigen Tagespflegeplätze erhalten. Alle Mitarbeitenden werden weiterbeschäftigt.
„Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten sehr viele Gespräche und Verhandlungen geführt, um auch für den Bereich der solitären Tagespflegeeinrichtungen Übernehmer zu finden. Dass wir trotz schwieriger Rahmenbedingungen für diese beiden Standorte positive Ergebnisse erzielen konnten, freut uns außerordentlich“, sagt der Vorstandsvorsitzende Thomas Euler.
Das bedeutet, dass in der Konsequenz die Tagespflegeeinrichtungen in Bielefeld (Baumheide, Rosenhöhe und Wilhelm-Augusta-Stift), Bünde, Extertal (Friedrich-Winter-Haus) und Minden (Robert-Nussbaum-Haus) geschlossen werden.
Für den Standort Bünde gab es verschiedene Interessenten, die sich aber letztlich aus dem Prozess zurückgezogen haben. Aktuell laufen hier Gespräche über eine anderweitige Nutzung der Räumlichkeiten. Die Übernahme und der Weiterbetrieb der an AWO-Seniorenzentren angegliederten Tagespflegen durch andere Träger war aus organisatorischen Gründen nicht umsetzbar. Aber auch hier gibt es Ideen für die weitere Nutzung der Räumlichkeiten, die sich aktuell noch in Klärung befinden.
Die AWO OWL hatte im Oktober 2023 ein gerichtliches Sanierungsverfahren mit dem Ziel eingeleitet, um sich an die erheblichen internen sowie externen Herausforderungen mit der erforderlichen Geschwindigkeit anzupassen und zukunftsfähig aufzustellen. „Mit unserem Vorhaben kommen wir weiterhin gut voran. Das Eigenverwaltungsverfahren läuft plangemäß, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind motiviert und stehen loyal zu unserem Verband“, sagt Rechtsanwalt Andreas Budnik von der Kanzlei AndresPartner, der als Generalbevollmächtigter für die Sanierung der AWO OWL verantwortlich zeichnet. Er geht weiterhin davon aus, dass das Eigenverwaltungsverfahren spätestens im Sommer 2024 abgeschlossen werden kann.
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