Unternehmen
„Wir glauben fest an die Stabilität der Pflegebranche“
Die Geschäftsführung der opta data Holding wurde zum 1. Juli 2024 durch die Berufung von drei weiteren Geschäftsführern erweitert. Jakob Stauber kam 2016 zur opta data Gruppe und ist einer der neuen Köpfe. Er ist unter anderem für das neue opta data banking verantwortlich.
Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer neuen Position. Wie geht es Ihnen?
Danke, mir geht es gut. Ich bin zwar relativ neu in meiner aktuellen Funktion, arbeite aber bereits seit achteinhalb Jahren bei opta data und bin also gut auf meine neuen Aufgaben vorbereitet. Unser Team ist mit meinen vier anderen Geschäftsführer-Kollegen Mark Steinbach, Andreas Fischer, Benedikt Steffen und Dr. Jan Helmig breit aufgestellt.
Ihre positive Stimmung ist nicht zu übersehen, sicher auch aufgrund der spannenden Entwicklungen, die Sie nun maßgeblich mitgestalten. Es ist etwas Neues, dass ein Unternehmen aus der Pflegebranche ins Bankgeschäft einsteigt. Welche Marktlücke haben Sie erkannt?
Wir haben festgestellt, dass es in Deutschland einen Mangel an wirklich ganzheitlichen Finanzlösungen für Gesundheitsfachberufe gibt. Unser Angebot richtet sich speziell an diese Gruppe und zeichnet sich durch unkomplizierte und schnelle Nutzbarkeit aus: Dabei kombinieren wir unsere besondere Expertise rund um die Bedürfnisse der Gesundheitsberufsgruppen mit dem langjährigen Know-how im Finanzbereich des Bankhaus’ Bauer. Konkret heißt das: opta data bietet in Zusammenarbeit mit dem Bankhaus Bauer digitale Lösungen wie ein breit aufgestelltes Online-Geschäftskonto und Finanzierungsmöglichkeiten in wenigen Klicks an, das Kunden schnell und unkompliziert genau die Finanzlösungen bietet, die sie brauchen. Viele Leistungserbringer fühlen sich von Banken nicht gut verstanden und stehen oft vor verschlossenen Türen. Diese Lücke möchten wir mit einem einfachen und nutzerfreundlichen Angebot schließen. Am 1. Juni konnten wir schließlich opta data banking starten.
Die Pflegebranche spricht aktuell viel von Krise, und dennoch bereiten Sie den Boden für Entwicklungen. Wo sehen Sie derzeit den größten Investitionsbedarf, insbesondere bei ambulanten Pflegediensten und neuen Wohnformen?
Wir sehen eine erhebliche Nachfrage und glauben fest an die Stabilität der Pflegebranche. Wir betreuen diese Zielgruppe seit vielen Jahrzehnten und kennen die Bonitäten der Pflegeberufe und -unternehmen gut. Sowohl Neugründungen wie auch etablierte Pflegedienste benötigen Finanzierung, sei es zur Erweiterung oder für Investitionen in Wohneinheiten und Geräte. Obwohl wir erst vor wenigen Wochen gestartet sind, sehen wir bereits eine große Nachfrage, die sich in den kommenden Monaten noch konkretisieren wird.
Welche Bereiche fallen Ihnen besonders auf, in denen ambulante Pflegedienste investieren möchten?
Wir beobachten sowohl bei kleinen als auch großen Pflegediensten Investitionsbedarf, insbesondere im betreuten Wohnen und bei der Anschaffung von Geräten. Die Nachfrage kommt aus verschiedenen Segmenten, und wir sammeln derzeit Erfahrungen, um die individuellen Bedürfnisse künftig noch besser bedienen zu können.
Pflegedienste haben oft Schwierigkeiten, an Finanzierungen zu kommen und sind gezwungen, auf Dienstleistungen wie Factoring zurückzugreifen, die Sie ebenfalls anbieten. Wie funktioniert das Zusammenspiel zwischen Abrechnungs- und Bankdienstleistungen bei opta data?
Das opta data banking ist exklusiv für unsere Abrechnungskunden verfügbar. Unsere Abrechnungsdienstleistungen vereinfachen nicht nur die Prozesse, sondern bieten zum Beispiel auch Factoring-Lösungen zur Vorfinanzierung des operativen Tagesgeschäfts. Das Banking-Angebot ergänzt diese Dienste, indem es klassische Bankkredite und Liquiditätslinien bereitstellt. Kunden können innerhalb weniger Minuten ein Konto eröffnen und sofort mit dem Online-Banking starten. Wir arbeiten daran, diese Lösungen zukünftig noch enger zu verzahnen und weiter zu digitalisieren.
Wann planen Sie, das Banking-Angebot auch auf andere Kundengruppen zu erweitern?
Da wir unsere Abrechnungskunden ja gut kennen, erleichtert das die Kontoeröffnung natürlich. Klar ist aber auch, dass wir unser Angebot darüber hinaus erweitern werden. In welchem Zeitraum und in welchem Rahmen planen wir gerade.
Viele Pflegeeinrichtungen geraten aufgrund der schlechten Zahlungsmoral der Kostenträger in finanzielle Schwierigkeiten. Ist dies für Ihr Geschäft von Vorteil?
Als opta data sind wir dann erfolgreich, wenn die Pflegedienste in Deutschland stabil arbeiten können. Aber in der Tat beobachten auch wir, dass sich die Zahlungsmoral mancher Kostenträger, u.a. bedingt durch Personalengpässe, verschlechtert hat. Die Pflegedienste und wir haben gleichgerichtete Interessen, was pünktliche Zahlungen angeht.
Wie wird sich opta data insgesamt weiterentwickeln? Welche neuen Felder zeichnen sich ab?
Wir sind seit über 50 Jahren als Abrechnungsdienstleister und Softwareanbieter etabliert – uns vertrauen 60.000 Kunden in ganz Deutschland. Auf dieser Basis vernetzen wir unsere Lösungen zunehmend, um unseren Kunden ein Rundum-Sorglos-Paket zu bieten. Dazu zählen insbesondere Lösungen für die Telematikinfrastruktur (TI) – angesichts der gesetzlichen Frist zur TI-Anbindung zum 1. 7.2025 ein sehr wichtiges Thema – ebenso wie etwa die IT-Sicherheit für Pflegedienste. In den kommenden Jahren werden wir unser Angebot weiter ausbauen und neue Lösungen entwickeln, die unsere Kunden noch stärker unterstützen.
Die Fragen stellte Lukas Sander.
Hintergrund
Die Geschäftsführung der opta data Holding wurde zum 1. Juli 2024 durch die Berufung von Jan Helmig, Benedikt Steffen und Jakob Stauber erweitert. Gemeinsam mit den langjährigen Geschäftsführern Mark Steinbach und Andreas Fischer zeichnet sich ab sofort ein fünfköpfiges Führungsteam für die strategische Ausrichtung und Steuerung der opta data Gruppe verantwortlich. Jakob Stauber (Foto) kam 2016 zur opta data Gruppe und übernahm 2019 die Leitung für den Bereich M&A sowie Corporate Development.
Seit Juli 2023 ist er Geschäftsführer der Zwischenholding opta data Service GmbH. Zudem verantwortet er auch die Geschäftsführung des Gruppenunternehmens Severins GmbH. Als Geschäftsführer der opta data Gruppe ist er im Schwerpunkt für die Bereiche Corporate Development und M&A sowie das opta data Banking verantwortlich.
„Mit Dr. Jan Helmig, Benedikt Steffen und Jakob Stauber besetzen wir wichtige Schlüsselpositionen auf Geschäftsführungsebene. Die Neuausrichtung ist ein strategischer Schritt für die Zukunftsfähigkeit und die nachhaltige Weiterentwicklung unserer Gruppe”, betont Geschäftsführer Andreas Fischer. „Wir haben bereits in den vergangenen Jahren sehr intensiv und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Alle drei Führungskräfte bringen starke Kompetenz, Branchen-Know-how, innovative Ideen und vor allem Teamgeist mit. Wir freuen uns sehr, den weiteren Weg von opta data ab sofort gemeinsam zu gestalten.”
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