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AWO Saarland trennt sich von zwei Pflegediensten

Eine schlechte Finanzierungsstruktur durch die Kostenträger zwingt die AWO Saarland zu einer schwierigen Entscheidung. Betroffen sind drei Standorte.

AWO-Landesgeschäftsführer Jürgen Nieser Foto: AWO Saarland

Wegen des Fachkräftemangels und der schlechten Finanzierungsstruktur in der ambulanten Pflege sieht sich die AWO Saarland gezwungen, den Betrieb der ambulanten Pflegedienste Nord-Saar und Süd-Saar bis zum Jahresende einzustellen. „Die derzeitige Lage und eine anhaltende negative Fortführungsprognose machen eine wirtschaftliche Betriebsführung leider unmöglich“, heißt es von der AWO.

Zuvor seien „nach der langjährigen Übernahme von defizitären Jahresergebnissen mehrfach Alternativen intensiv geprüft worden“.

Aber auch politische Gründe werden genannt „Die bundespolitische Absage der Pflegereform in der laufenden Legislaturperiode verschärft die Lage für alle ambulanten Pflegeanbieter im Pflegesektor, dies zeigt auch die Vielzahl an Schließungen von ambulanten Pflegediensten in den Jahren nach der Pandemie. Die ambulante Pflege braucht dringend ein neues Abrechnungs- und Bewertungssystem und wirtschaftlich solide Rahmenbedingungen“, plädieren die AWO-Landesgeschäftsführer Andreas Jodko und Jürgen Nieser.

Die Konsolidierungsmaßnahmen, die Landesvorstand und Geschäftsführung nach eigener Aussage „sehr schwergefallen sind“, würden dafür sorgen, dass die AWO als Ganzes wirtschaftlich stabil bleibt. Für die 300 Kunden im Regionalverband Saarbrücken und im Landkreis St. Wendel müssen nun andere Pflegedienste gefunden werden. Die AWO steht mit den Kostenträgern und den anderen Anbietern ambulanter Pflegedienste in Kontakt, um Kunden schnellstmöglich Angebote unterbreiten zu können.

Darüber hinaus wird der Betrieb des Seniorenzentrums in Elversberg zum Ende November dieses Jahres auch eingestellt. „Trotz der weit über 10 Millionen Euro Investitionen in den vergangenen Jahren am Standort ist eine Schließung unvermeidlich. Der Investitionsbedarf für eine Sanierung oder die Kosten eines Neubaus würden sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag belaufen. Ein kostendeckender Weiterbetrieb am Standort Elversberg scheitert daran. Zudem sind aufgrund der Baukostenentwicklung und des bestehenden Fachkräftemangels mit einem Neubau erhebliche wirtschaftliche Risiken verbunden, die von einem gemeinnützigen Träger in dieser Höhe nicht getragen werden können“, so die AWO Saarland.